Vanille | Nougat | Torte „Persia“

Von Herzen ♥ – von Herzen geben, von Herzen sagen, von Herzen tun, von Herzen auch nehmen. Das sollte immer so sein – nicht nur am Valentinstag.

Manchmal entstehen die schönen Torten nicht aus einem perfekten Plan, sondern aus kleinen Pannen, einem bunten Mix aus Chaos, Kreativität und einem Hauch von Verzweiflung. Die natürlich gleich beiseite gewischt wurde. Die Rezeptidee war durchdacht, die Dekoration auch – aber es kommt eben oft anders. Nicht geplant, aber dafür mit einer gehörigen Portion Herzblut entstand eine neue Idee. Und vielleicht gefällt sie daher am Ende ganz besonders.

Eigentlich sollte es eine ausgesprochen, elegante Valentinstorte werden. Eine Torte, die schon beim ersten Anblick leise „Romantik“ flüstert und beim zweiten Bissen eindeutig „Liebe“ ruft. Ich hatte die Vision einer dunkelroten Torte, verziert mit filigranen Schokoladeschwänen, die sich anmutig in der Mitte begegnen. Und natürlich pünktlich zum Valentinstag auf dem gedeckten Tisch steht.

Doch die Realität wollte nicht so recht mitspielen. Statt anmutiger Schwäne erinnerten meine Kreaturen eher an müde, geknickte Enten, die dringend Urlaub bräuchten. Nach mehreren Versuchen war klar: Die Schwanenromantik musste ohne mich stattfinden. Und ich werde auch keine weiteren Versuche wagen. Das wäre schade um die Schokolade ☺.

Also begann das große Grübeln. Was ersetzt einen majestätischen Schwan, ohne die ganze Idee der Valentinstorte über den Haufen zu werfen? Die Lösung fand sich zufällig in den Social Media Kanälen und zwar in Form von Schokoherzen – schlicht, einfach herzustellen und doch charmant. Und vielleicht ist es ja sogar schön, wenn man nicht sofort erkennt, dass es Herzen sind. Eine kleine Überraschung auf den zweiten Blick.

Damit hatte die Torte endlich ihre dekorative Krone und ich konnte mich wieder dem widmen, was sie eigentlich besonders macht: ihrer inneren Welt. „Persia“ – ihr erahnt sicher gleich, warum. „Persia“ ist angelehnt an den Ursprung der Granatapfelkernen, sie stammen ursprünglich aus den Regionen des heutigen Iran. Und sie bildeten den Ursprung meiner heutigen Rezeptidee. In zweiter Reihe treffen sie auf süß-säuerliche Himbeeren und in dritter Reihe verleiht zarter Nougat der Torte eine warme, schokoladige Note.

Eigentlich begann auch hier schon das große Grübeln. Wie weiter? Ich entschied mich für wenig „Aufregung“ und umhüllte das Ganze mit einem zarten, cremigen Vanillemousse. Dafür hatte es dann die Knusperschicht wieder in sich. Durch die Zugabe von getrockneten Himbeeren erwies sie sich nicht nur schokoladig-knusprig, sondern jeder Bissen entfaltete zudem eine besonders fruchtige Note. Insgesamt eine Kombination, die sich ganz ohne Schwäne von ihrer besten Seite zeigt.

So entstand am Ende eine Torte, die zwar verspätet zum Valentinstag kommt, dafür aber auch eine Geschichte aus dem Alltag von Hobbykonditorinnen erzählt: Von Missgeschicken, spontanen Einfällen und der Erkenntnis, dass auch Umwege zum Ziel führen. Viel mehr zählt die Freude am Backen und vor allem am Genießen.

Torte: 18 cm Ø, 6 bis 8 Personen
Zubehör: Silikomart „TOR160“ 16 cm Ø, Silikonform rund 18 cm Ø, Herzausstecher

  • 43 g Vollmilch
  • 10 g Sahne
  • 1 Eigelb
  • 9 g Zucker
  • 1 Blatt Gelatine
  • 65 g Nougat
  • 100 g Sahne

Nougat in der Mikrowelle oder über dem Wasserbad schmelzen. Die Gelatine in eiskaltem Wasser einweichen. Milch und Sahne in einen kleinen Topf geben und erhitzen. Eigelb und Zucker vermischen, die heiße Sahnemilch dazugeben und gut verrühren. Anschließend alles wieder zurück in den Topf geben und unter ständigem Rühren bei mittlerer Hitze auf 83 Grad aufkochen. Durch ein Sieb über das Nougat gießen und zu einer sämigen Masse rühren. Auf ca. 30 Grad abkühlen lassen, dann die cremig geschlagene Sahne unterheben. Die Masse in die TOR160 Form geben und die Form einfrieren.

  • 100 g Granatapfelsaft
  • 10 g Himbeerpüree (selbstgemacht oder z. B. von Ponthier)
  • 10 g Zucker
  • 1 g Pektin NH
  • 1 Blatt Gelatine
  • Granatpfelkerne (frisch oder tiefgekühlt)

Zucker und Pektin vermischen, die Gelatine in eiskaltem Wasser einweichen. Den Saft und das Fruchtpüree in einem kleinen Topf erhitzen. Bei ca. 40 g die Zuckermischung einrühren und leicht köcheln lassen. Den Topf vom Herd nehmen und die gut ausgedrückte Gelatine darin auflösen. Das Gelee etwas abkühlen lassen und dann vorsichtig über einen Esslöffelrücken auf die bereits gefrorene Nougatcreme gießen und einige Granatapfelkerne darauf legen. Die Form wieder einfrieren.

  • 70 g Himbeerpüree (selbstgemacht oder z.B. von Ponthier)
  • 30 g Granatapfelsaft
  • 10 g Zucker
  • 100 g Sahne
  • 33 g Mascarpone
  • 1 3/4 Blätter Gelatine

Himbeerpüree, Saft und Zucker in einem Topf erhitzen. Die Gelatine in eiskaltem Wasser einweichen und anschließend im heißen Fruchtpüree auflösen. Sahne und Mascarpone cremig schlagen und unter die gut abgekühlte Fruchtmasse heben. Das Mousse auf dem Granatapfelgelee verteilen. Durch leichtes Hin- und Herschwenken verteilt es sich ganz einfach ohne Palette.

  • 50 g Marzipan grob geraspelt
  • 1 Ei
  • 17 g Zucker (I)
  • 14 g Mehl
  • 14 g Backkakao
  • 46 g Eiweiß
  • 18 g Zucker (II)
  • Vanillepulver

Marzipan, Ei, Zucker (I) und das Vanillepulver in der Küchenmaschine dick schaumig aufrühren. Mehl und Backkakao vermischen. Eiweiß und Zucker (II) zu steifem Eischnee schlagen und zusammen mit der Mehlmischung vorsichtig unter die Eigelbmasse melieren. Die Biskuitmasse in eine Backform mit 18 cm Ø geben und im vorgeheizten Backrohr bei 160 Grad Umluft ca. 20 Minuten backen. Vollständig auskühlen lassen und ggf. die Oberfläche begradigen.

  • 30 g dunkle Kuvertüre
  • 50 g Streusel aus Schokolademürbteig (ich hatte noch Reste davon, alternat. Schokobutterkekse)
  • 35 g Crêpes Dentelles (alternativ: Waffelröllchen)
  • 20 g dunkles Mandelmus (z. B. aus dem Bioladen)
  • 13 g getrocknete Himbeeren

Die dunkle Kuvertüre schmelzen. Die Schokoladestreusel und Crêpes dentelles zerbröseln und zusammen mit dem Mandelmus zur Kuvertüre geben und vermengen. Das vorbereitete Innenteil der Torte kurz ausformen – jedoch in der Tiefkühltruhe belassen. Den Himbeercrunch auf dem Boden der Form verteilen und mit einem Löffelrücken schön andrücken und so glatt als möglich verteilen. Dann den Biskuit einlegen und darauf das vorbereitete Innenteil der Torte. Mit Klarsichfolie abdecken und wiederum einfrieren.

  • 140 g Milch
  • 1 Vanilleschote
  • 2 Eigelb
  • 15 g Zucker
  • 2 1/2 Blätter Gelatine
  • 140 g weiße Kuvertüre oder Callets
  • 220 g Sahne

Die Milch mit dem Mark der Vanilleschote erhitzen, zudecken und ca. eine halbe Stunde ziehen lassen. Die Vanilleschote entfernen, ggf. nochmals das Gewicht prüfen. Die Kuvertüre schmelzen. Die Gelatine in eiskaltem Wasser einweichen. Eigelbe und Zucker verrühren. Die Vanillemilch nochmals erhitzen und zu den Eigelben geben. Alles gut durchrühren und wieder zurück in den Topf geben. Unter ständigem Rühren bei mittlerer Hitze auf 83 Grad aufkochen lassen. In drei Teilen durch ein Sieb zur geschmolzenen Kuvertüre geben. Immer wieder alles gut durchrühren, dann den zweiten Teil dazugeben usw. Die Creme auf ca. 30 Grad abkühlen lassen, dabei immer wieder umrühren. Zum Schluss die cremig geschlagene Sahne unterheben.

Das Mousse in die Form füllen und am Rand hochstreichen. Anschließend das ausgeformte Innenteil mit dem Himbeermousse nach unten einlegen und mit kreisenden Bewegungen leicht eindrücken. Darauf achten, dass der Spalt zwischen Silikonform und Innenteil schön mit Mousse ausgefüllt ist und keine Lücken entstanden sind. Die Form einfrieren – am besten über Nacht.

  • 8 g Pulvergelatine
  • 48 g kaltes Wasser
  • 120 g Glukosesirup
  • 120 g Zucker
  • 60 g Wasser
  • 120 g Kuvertüre fein gehackt oder Callets
  • 80 g gezuckerte Kondensmilch (z. B. von Nestle)
  • Lebensmittelgelfarben (rot, bordeaux, schwarz – z.B. von rainbow dust)

Die Gelatine im 48 g Wasser quellen lassen. Glukosesirup, Zucker und 60 g Wasser in einem Topf aufkochen lassen. Die Kuvertüre in eine schmale, höhere Rührschüssel geben. Bei 103 Grad den Topf vom Herd nehmen und die Kondensmilch zugeben, verrühren und die Gelatine darin auflösen. Die Flüssigkeit über die Kuvertüre gießen und etwas stehen lassen. Die Lebensmittelgelfarben hinzugegeben, bevor die Masse mit dem Stabmixer emulgiert wird. Darauf achten, den Rührstab immer unten zu halten, ansonsten bilden sich Luftblasen, die dann beim Glasieren sichtbar bleiben würden. Die Glasur mit einer Klarsichtfolie direkt an der Oberfläche abdecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Die Kuvertüre temperieren. Ich verwende diese Methode, da sie sich auch gut für kleinere Mengen Schokolade eignet. Sobald die Schokolade die richtige Temperatur (bei dunkler Schokolade ist das bei 31-32 Grad) hat, auf einer Acetatfolie oder einer sonstigen dickeren Folie glatt aufstreichen. Wenn sie angezogen hat, die Herzen ausstechen und auch gleich in der Mitte mit einem scharfen Messer durchschneiden. Anschließend gleich mit einem Brett belegen und über Nacht auskristallisieren lassen.
Zum „Zusammenbau“ habe ich mir einem rechteckigen Tortenrahmen genommen und ein Hälfteherz innen an den Rand gelegt. Am Boden die zweite Herzhälfte dicht darangelegt und mit Kuvertüre die beiden mittleren Ränder „zusammengeklebt“. Hier ist ein Kältespray sehr hilfreich, durch Ansprühen mit ihm wird die Kuvertüre sofort fest. Bevor sie mit Velvetspray eingesprüht werden, lege ich sie für ca. 15 Minuten ins Gefrierfach. Dabei muss man sehr behutsam vorgehen. Da sie sehr leicht sind, besteht die Gefahr, dass sie durch den Sprühstoß davon geblasen werden ☺.

Die Herstellung der Schokoladeringe findet ihr hier. Den Ring aus weißer Schokolade habe ich etwas breiter (5 cm) hergestellt und ihn – nachdem die Schokolade bereits angezogen hat – mit einem scharfen Messer mit einer Wellenlinie geteilt.

Die Mirrorglaze in der Mikrowelle oder über dem Wasserbad langsam wieder auf ca. 40 Grad erhitzen und nochmals mit Klarsichtfolie direkt an der Oberfläche abdecken. Sobald die Verwendungstemperatur von ca. 34 bis 35 Grad erreicht ist, nochmals vorsichtig durchrühren.

Ein flaches Blech oder eine Schale (zum Auffangen der restlichen Mirrorglaze) mit einer kleinen umgedrehten Schüssel vorbereiten. Die Torte ausformen und auf den Schüsselboden legen. Mit der Hand nochmals darüberstreichen um eventuellen Reif abzustreifen, dann die Torte glasieren. Die überlaufende Glasur mit einer kleine Palette nach innen abstreifen und die Torte vorsichtig auf eine Tortenplatte heben. Die beiden Schokoladeringe vorsichtig umlegen.

Den Velvetspray laut Anleitung erwärmen und die Herzen dünn besprühen. Nun vorsichtig in Form einer Blume auf die Torte legen. In der Mitte mit Goldfolie verzieren.
Ich habe die Herzen mit einer Stricknadel aufgenommen, so konnte man sie einfach auf der Torte ablegen. Natürlich habe ich gezittert wie immer und natürlich bin ich ausgerutscht, was man an einem schönen – nein eben nicht schönen – Schlenker auf einer Herzhälfte nun leider gut erkennen kann 🙈.

6 Comments

  1. Jesse-Gabriel

    Mir steht der Mund ganz weit offen, schon wiederso ein Prachtexemplar von Torte, eine Augeneide.
    Nougat geht doch fast immer, eine ganz tolle Kombination.
    Danke und ganz viele liebe Grüße Jesse-Gabriel

    • Lieber Jesse-Gabriel,
      es freut mich sehr, wenn sie dir gefällt. Die inneren Werte sind einfach gehalten, aber die Herzen pimpen sie ordentlich auf oder :-).
      Schöne Grüße
      Gertrud

  2. Mir geht es wie Jesse-Gabriel! Ich bin absolut hingerissen und ich glaube, mir gefällt dieses Dekor besser als die Schwäne. Eine wirklich wunderschöne Torte!

    Liebe Frau Maren

    • Liebe Maren,
      ich war dann auch froh, dass ich schnell eine Alternative gefunden habe. Zwar habe ich hier auch etwas gepatzt, aber es ist nicht so offensichtlich :-).
      Ich freue mich immer sehr über dein Kompliment.
      Schöne Grüße aus dem winterlichen Österreich.
      Gertrud

  3. Alessandra

    Wow Gertrud,

    wirklich der HAMMER 🤩
    Schließe mich den anderen Komplimenten voll und ganz an ❣️
    Nicht nur die Deko ist wunderschön, sondern auch die (Zusammenstellung) Farben. Es passt alles wunderbar zusammen sowie dieses Rot passt großartig zu Himbeere und Granatapfel…
    Überhaupt die Kombi mit Nougat, Schoko, Vanille, Himbeere und Granatapfel ist sehr sehr harmonisch ♥️und schmeckt sicherlich hervorragend 🥰

    Ganz liebe Grüße zu Dir und nach Österreich 😘👍
    Alessandra

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