
Sonnige Grüße meine Lieben – was haben wir für einen Sommer !! Diese Sommertage erinnern mich beinahe täglich an einen Urlaub in Südeuropa oder sonst wo in weiter Ferne. Und für diese heißen Sommertage habe ich heute genau das Richtige für euch.
Warum? Weil man bei der Zubereitung dieser Tarte nicht lange in der Küche stehen muss, es bedarf keiner langen Backzeiten. Wer will schon die Küche noch mehr aufheizen als es die Sonne schon tut oder? Aber auf Kuchen verzichten? Das wollen wir nun auch wieder nicht. Das einzige was die Tarte braucht, sind immer wieder kurze Abkühlzeiten. Aber dann lässt sich schon der nächste Schritt zubereiten und fast ruckzuck steht eine fruchtige, exotische Tarte auf eurem Gartentisch.

Dass es hier wieder länger still war, lag nicht am der Fussball-WM – nein, ich habe in den letzten Wochen eher an meinen Backkünsten gezweifelt . Klar, dass die Zubereitung einer Moussetorte mit Mirrorglaze nicht immer die beste Idee ist, wenn das Thermometer auf über 30 Grad steigt. Das hätte ich vielleicht ahnen können. Dabei wollte ich die Kirschsaison unbedingt noch ausnutzen. Eine Torte war aus meiner Sicht perfekt gelungen und ruhte bereits in der Tiefkühltruhe. Weshalb sie am Ende dennoch alles andere als präsentabel war, kann ich mir bis heute nicht erklären. Törtchen mit einer Beerenganache nach dem Vorbild einer Blüte zu verzieren, ging auch furchtbar schief. Ich war frustiert und ärgerte mich sehr. Deshalb habe ich mich gestern Abend kurzerhand entschlossen, derweil die Finger davon zu lassen und mich für eine sommerliche, leichte und unkomplizierte Tarte entschieden – gelingsicher sozusagen. ☺️ Und manchmal sind es genau diese spontanen Ideen, die sich als die besten herausstellen.

Die Passionsfruchttarte vereint sommerliche Leichtigkeit mit exotischen Aromen und feinen Texturen und macht sie zu einem besonderen Genuss. Die Grundlage bildet ein knuspriger Mürbeteig, der mit seiner zarten Butternote den perfekten Rahmen schafft. Darauf folgt eine saftige Mandelcreme in der frische Heidelbeeren beim Backen ihr fruchtiges Aroma entfalten. Für die exotische Frische sorgt ein samtiges Passionsfrucht-Cremeux, dessen feine Säure wunderbar mit der süßen Kokosganache harmoniert. Sie schmeckt eindeutig nach Sonne, Urlaub und unbeschwerte Sommertage – also genau nach dem Sommer 2026 hier in Österreich.

Und wie ich schon sagte, sie ist wirklich schnell hergestellt. Das einzige, worauf geachtet werden muss, sind gewisse Kühlzeiten. Der Mürbteig muss etwas ruhen, dann muss die Tarte auskühlen, das Cremeux ist rasch hergestellt und braucht dann auch etwas Kühlzeit. Die Ganache kann bereits einen Tag zuvor hergestellt werden und muss dann nur noch aufgeschlagen und auf die Tarte dressiert werden.
Beeren, frische oder getrocknete Blüten sorgen für die wunderschöne Dekoration und machen die Tarte unwiderstehlich sommerlich ♥.

Tarte: 22 cm Ø
Zubehör: Tarteform mit ausnehmbaren Boden oder Tartering (dann auch am besten eine Silikonmatte)
Kokosganache
- 50 g Sahne (I)
- 20 g Kokosmilch
- 6 g Glukosesirup
- 6 g Akazienhonig
- 55 g weiße Kuvertüre fein gehackt oder Callets
- 95 g Sahne (II)
Sahne (I), Kokosmilch, Glukosesirup und Akazienhonig aufkochen. Die heiße Sahnemilch über die Kuvertüre gießen und alles gut verrühren. Langsam den zweiten Teil der Sahne (II) dazugeben, dabei immer weiter rühren. Am besten noch mit dem Stabmixer emulgieren. Die Ganache mit einer Klarsichtfolie direkt an der Oberfläche abdecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen.
Mandelmürbteig
- 80 g weiche Butter
- 54 g Staubzucker
- 15 g geschälte und geriebene Mandeln
- 140 g Mehl
- 1 kleines Ei
- 1 Prise Salz
Butter und Staubzucker cremig rühren, Mandeln, Salz und Mehl hinzufügen und zusammen mit dem Ei zügig zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig etwas flach drücken und ca. 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
Nach der Kühlzeit den Teig dünn ausrollen und eine runde Tarteform damit auslegen. Überstehende Kanten mit einem scharfen Messer abschneiden und den Boden mit einer Gabel mehrmals einstechen. Die Tarte nun möglichst noch einmal für ca. 15 Minuten in den Gefrierschrank stellen. Das erspart das Blindbacken mit Hülsenfrüchten und vermeidet das Absinken des Randes. Den Backofen auf ca. 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. In dieser Zeit die Mandelfrangipane zubereiten.
Mandelfrangipane mit Heidelbeeren
- 80 g weiche Butter
- 80 g geschälte und geriebene Mandeln
- 55 g Zucker
- 1 kleines Ei
- 1 Prise Salz
- einige Heidelbeeren
Alle Zutaten, bis auf die Beeren mit einem Mixer miteinander verrühren. Die Mürbteigform aus dem Gefrierschrank holen und die Mandelcreme auf den Boden der vorbereiteten Tarte geben. Glatt streichen und einige Beeren gleichmäßig verteilt in die Creme drücken. Die Tarte nun für ca. 25 bis 30 Minuten backen. Auskühlen lassen.
Passionsfruchtcremeux
- 120 g Passionsfruchtpüree (z. B. von Ponthier)
- 30 g Mangopüree (z. B. von Ponthier)
- 2 Eier
- 1 Eigelb
- 60 g Zucker
- 1 1/2 Blatt Gelatine
- 80 g weiße Kuvertüre gehackt oder Callets
- 90 g Butter
Die beide Pürees mit den Eiern, dem Eigelb und dem Zucker in einem Topf verrühren. Die Gelatine in eiskaltem Wasser einweichen. Bei mittlerer Hitze und ständigem Rühren auf 82 Grad aufkochen lassen. Die Masse dickt dabei ein. Die Kuvertüre in ein schmales, hohes Gefäß geben und die Fruchtmasse durch ein Sieb darüber geben. Mit einem Stabmixer verrühren und anschließend auf ca. 40 Grad abkühlen lassen. Dabei ab und zu umrühren. Wenn die Masse abgekühlt ist, die Butter – ebenfalls mit dem Stabmixer – unterrühren. Das Cremeux auf die vorbereitete Tarte geben, die Form etwas hin und herschwenken, so verteilt es sich ganz einfach. Im Kühlschrank aushärten lassen.
Fertigstellung
Die Ganache mit dem Mixer aufschlagen und verschieden große Tupfen am Rand aufdressieren. Mit Blüten, Heidelbeeren und getrockneten Himbeeren verzieren und zum Nachmittagskaffee an der Sonne genießen.

Vielleicht sollte ich das nächste Mal zum Schneiden nicht wieder das Brotmesser nehmen ☺
Liebe Gertrud,
extrem lecker klingt dein Rezept und sieht auch bezaubernd aus! 😍 Ich muß schmunzeln, mir ist ein 100fach umgesetztes Rezept ebenfalls 2 x hintereinander daneben gegangen – nach einer Fehlersuche bin ich auf leicht abgeänderte Lebensmittel (Haferflocken glutenfrei anstatt „normal“) gekommen – und siehe da beim 3. Backen (im Abstand von ein paar Wochen) hat es dann wieder geklappt 😬 Du bist also nicht alleine! Aber am besten ist dein Schlusskommentar: Vielleicht sollte ich das nächste Mal zum Schneiden nicht wieder das Brotmesser nehmen … 🤣
Liebe Yasmin,
das beruhigt mich sehr, ich bin tatsächlich nicht alleine :-). Leider haben sich die Misserfolge noch weiter gezogen, sodass ich einfach eine längere Pause brauchte. Bei diesem Wetter vielleicht gar keine so schlechte Idee oder ?
Liebe Grüße,
Gertrud