Darf es einmal so richtig „grün“ sein? Ja, oder – nur leider ist die heutige Torte „for adults only“, wie euch der Name ja schon verrät.

Dieser Sommer ist einfach traumhaft schön. Selten werden wir hier bei uns mit solchen langanhaltenden Schönwetterphasen belohnt. Ich lieb´s ♥. Außer dem Abschalten wegen – zuhause gibt es ja immer etwas zu tun – muss man heuer wirklich nicht in den Urlaub fahren. Aber ich bin auch „verwöhnt“. Wenn es bei uns heiß wird, können wir in die Berge flüchten oder in unseren Seen baden. Ich habe zudem ein immer noch kühles Haus und einen Garten. Und in der Arbeit sorgt eine Klimaanlage für stetig angenehme Temperaturen.

Was aber tatsächlich etwas darunter leidet, ist das Backen. Nicht unbedingt, weil der Backofen eingeschaltet wird und Hitze verströmt, mir sind in der letzten Zeit einige Sachen wirklich misslungen. Da ich mir nicht erklären kann wieso, schiebe ich es nun eben auf die Temperaturen ☺und mache längere Pausen dazwischen. Auch dieses Mal war die „Schönheit“ nicht von Dauer. Ich verrate es euch gleich zu Beginn – die Mirrorglaze war am nächsten Tag nicht mehr dort wo sie sein sollte. Sie ist stellenweise heruntergerutscht :-(. Ich hoffe nicht, dass euch das vom Nachbacken abhält, denn die Torte ist wirklich ein sommerlicher Hochgenuss.

Eine Mojito Torte bringt Karibikfeeling direkt auf den Teller. Die Kombination aus Limette, frischer Minze und weißem Rum erinnert an den klassischen Mojito-Cocktail, weißen Sandstrand und Palmen. Das Rezept von Davide Malizia habe ich teilweise übernommen, teilweise eigenes eingebaut. Das Herz besteht aus einem Mojito-Gel und einer Limettencreme, feiner Wiener Biskuit und ein Rum-Mousse umhüllen es.

Das Mojito Gel besteht aus Limettensaft, frischer Minze, braunem Zucker und weißem Rum. Der Rum sorgt hier für die typische karibische Note, die das Gel lebendig und aromatisch macht. Diese Schicht bringt die Frische und Spritzigkeit des Sommers in die Torte. Die Limettencreme ergänzt das Gel mit einer samtigen Textur und intensivem Zitrusaroma. Sie sorgt für eine angenehme Frische, für die wir im Moment alle dankbar sind ☺. Das Rum-Mousse ist sehr dezent mit weißem Rum verfeinert und behält trotz Zugabe von weißer Schokolade eine Leichtigkeit

Diese Mojito Torte ist damit nicht nur ein Dessert, sondern ein kleines Stück Urlaub – frisch, aromatisch und perfekt abgestimmt auf die heißen Tage. Ein moderner Klassiker, der Sommer und Genuss verbindet. Kommen wir aber nun endlich zu den Details.

Torte: 18 cm Ø (6 bis 8 Personen)
Zubehör: Silikonform Silikomart „TOR160“, Silikonform Silikomart „Universo“, Silikonform Silikomart „Truffles“
Mojito-Gel
- 183 g Wasser (I)
- 4,5 g Gelatine
- 22,5 g Wasser (II)
- 30 g brauner Zucker
- 30 g weißer Rum
- 30 g Limettensaft
- 3 g frische Minzeblätter
Die Gelatine im Wasser (II) quellen lassen. Wasser (I) und Zucker zu einem Sirup einkochen. Die Gelatine im Sirup auflösen und anschließend auf 30 Grad abkühlen lassen. Rum und Zitronensaft mit den Minzeblättern in ein hohes, schmales Gefäß geben und mit einem Stabmixer pürieren, bis die Minzeblätter fein zerkleinert sind. Sobald der Sirup auf die richtige Temperatur abgekühlt ist, zum Rum-Zitronensaft geben und nochmals mit dem Stabmixer emulgieren. Das Gel in die TOR160 Form geben und in den Tiefkühler stellen.
Limettencreme
- 190 g Limettensaft
- 40 g Zucker
- 2 Eigelb
- 100 g weiße Kuvertüre fein gehackt oder Callets
- 50 g Butter
- 2 Blätter Gelatine
Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Die Kuvertüre mit der Butter in der Mikrowelle schmelzen. Den Limettensaft in einem kleinen Topf erhitzen. Daneben die zwei Eigelb mit dem Zucker vermischen. Den heißen Saft dazugeben, gut verrühren und alles zusammen wieder zurück in den Topf geben. Unter ständigem Rühren bei mittlerer Hitze auf 82 Grad erhitzen. Den Topf vom Herd nehmen und die gut ausgedrückte Gelatine darin auflösen. Durch ein Sieb in drei Teilen zur Kuvertüre geben. Am Ende mit dem Stabmixer emulgieren. Die Limettencreme auf das Mojito-Gel geben und wiederum einfrieren.
Wiener Biskuit
- 2 Eigelb
- 25 g Zucker (I)
- 2 Eiweiß
- 35 g Zucker (II)
- 50 g Mehl
- 25 g geschälte und geriebene Mandeln
- 10 g neutrales Öl
Die Eigelbe mit dem Zucker (II) dick schaumig rühren. Die Eiweiße mit dem Zucker (II) zu steifem Eischnee schlagen und gemeinsam mit dem gesiebten Mehl und den Mandeln vorsichtig unter die Eigelbmasse melieren. Zum Schluss noch das Öl unterheben. Die Masse auf zwei Backringe mit einem Durchmesser von 18 cm aufteilen und im vorgeheizten Backrohr bei ca. 170 Grad hellgelb backen. Vollständig auskühlen lassen und ggf. die Oberfläche begradigen.
Das vorbereitete Gel mit Creme kurz ausformen und einen erkalteten Biskuit in die TOR160 Form legen, Gel mit Creme darauflegen und abschließend den zweiten Biskuit. Alles wieder einfrieren. Ich finde, es ist nachher einfacher, damit zu arbeiten, wenn auch die Biskuits etwas gefroren sind.
Rum-Mousse
- 90 g Vollmilch
- 105 g weiße Kuvertüre fein gehackt oder Callets
- 3 Blätter Gelatine
- 36 g weißer Rum
- 200 g Sahne
Die Gelatine in eiskaltem Wasser einweichen. Die Milch erhitzen und die Gelatine darin auflösen. Die Kuvertüre in der Mikrowelle auflösen. Die Milch über die Kuvertüre geben und alles gut vermengen. Vorsichtig den Rum einfließen lassen, dabei ständig rühren. Die Masse nun auf ca. 35 Grad abkühlen lassen, dann die cremig geschlagene Sahne unterheben.
Zubereitung
Das Rum-Mousse in 7 Trufflesformen füllen, den Rest in die Universoform geben und am Rand hochstreichen. Die TOR160-Form ausformen und mittig einlegen. Mit leicht kreisenden Bewegungen sanft eindrücken. Sowohl die Trufflesform als auch die Torte nochmals eine Nacht einfrieren.
Mirrorglaze
- 8 g Pulvergelatine
- 48 g kaltes Wasser
- 120 g Glukosesirup
- 120 g Zucker
- 60 g Wasser
- 120 g Kuvertüre fein gehackt oder Callets
- 80 g gezuckerte Kondensmilch (z. B. von Nestle)
- Lebensmittelgelfarben (grün, ev. schwarz)
Die Gelatine im 48 g Wasser quellen lassen. Glukosesirup, Zucker und 60 g Wasser in einem Topf aufkochen lassen. Die Kuvertüre in eine schmale, höhere Rührschüssel geben. Bei 103 Grad den Topf vom Herd nehmen und die Kondensmilch zugeben, verrühren und die Gelatine darin auflösen. Die Flüssigkeit über die Kuvertüre gießen und etwas stehen lassen. Vor dem Emulgieren mit dem Stabmixer die Lebensmittelfarbe zugeben. Ich hatte kein dunkles grün, weshalb ich noch ganz wenig schwarz dazu gab. Beim Emulgieren darauf achten, den Rührstab immer unten zu halten, ansonsten bilden sich Luftblasen, die dann beim Glasieren sichtbar bleiben würden. Die Glasuren mit einer Klarsichtfolie direkt an der Oberfläche abdecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen.
Fertigstellung
- Velvetspray weiß
- Kokosraspeln
Die Mirrorglaze in der Mikrowelle oder über dem Wasserbad langsam wieder auf ca. 40 Grad erhitzen und nochmals mit Klarsichtfolie direkt an der Oberfläche abdecken. Sobald die Verwendungstemperatur von ca. 34 bis 35 Grad erreicht ist, nochmals vorsichtig durchrühren.
Ein flaches Blech oder eine Schale (zum Auffangen der restlichen Mirrorglaze) mit einer kleinen umgedrehten Schüssel vorbereiten. Die Torte ausformen und auf den Schüsselboden legen. Mit der Hand nochmals darüberstreichen um eventuellen Reif abzustreifen, dann die Torte glasieren. Die überlaufende Glasur mit einer kleine Palette nach innen abstreifen. Die Torte auf eine flache Hand heben und den unteren Rand mit Kokosraspeln verzieren. Dann vorsichtig auf eine Tortenplatte heben.
Die übrige Mirrorglaze nochmals vorsichtig erwärmen. Die Trufflesformen ausformen und drei oder vier mit der grünen Glasur überziehen. Am einfachsten ist es, ihr nehmt sie mit einem Zahnstocher auf, tunkt sie in die Glasur und streift sie unten ab. Dann je nach Lust und Laune auf die Torte legen.
Den Velvetspray erwärmen und die restlichen Truffles einsprühen und ebenfalls noch auf der Torte platzieren. Mit einigen Minzeblättern und etwas Blattgold fertig dekorieren.

Sommerliche Grüße
Eure Gertrud
Liebe Gertrud
Ein Törtchen voll nach meinem Geschmack, welches ich gerne zubereiten möchte und auch werde. Dazu habe ich noch eine Frage.
Weisser Rum ist ja sehr neutral im Geschmack – vor allem der bei uns meist verwendete Bacardi-Rum. Hast du einen bestimmten Rum verwendet? Vielleicht einen, den man beim Genuss dieser Köstlichkeit auch herausschmeckt?
herzliche Grüsse
Bettina
Liebe Bettina,
vielen Dank für deine lieben Worte. Leider habe ich tatsächlich auch „nur“ Bacardi-Rum verwendet. Wie du sagst, das ist eben jener, den man in der Hausbar hat :-). Schreib mir gerne, wenn du etwas gefunden hast, was das Rezept aufwertet.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Nachbacken.
Gertrud
Hallo ihr Lieben,
habe mal zwei Tipps bekommen :
-Doorly’s 3 Years White Rum 700ml 47% Vol
-Planteray 3 Stars White 700ml
Leider kenne ich beide nicht. Hatte nur mal den
-Botucal Planas Rum 700ml 47% Vol. , der ok war (aber mehr auch nicht), deswegen das nächste Mal würde einen von den anderen beiden ausprobieren
Viele Grüße,
Alessandra