Aperol | Törtchen

Die Eismänner machen heuer ihrem Name alle Ehre. Statt im Garten zu sitzen und einen Aperol-Spritz* zu genießen, muss der Kachelofen geheizt werden und man kuschelt sich unter eine warme Decke ☺. Aber der Sommer wird schon noch kommen und mit ihm dann auch der Gusto auf leckere Sommerdrinks.

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Bestimmt schon vor einem Jahr hatte ich mir das Rezept mit einem Mousse Aperol* ausgedruckt, weil ich es ausprobieren wollte. Nur leider habe ich viele ausgedruckte Rezepte, Post-its in Büchern, Notizen auf meinem Schmierblock …. und alle und alles wartet darauf, ausprobiert zu werden. Ab und zu setze ich dann Prioritäten, die dann wiederum auf dem Notizblock stehen und nur darauf warten, wieder verworfen zu werden und einem anderen Törtchen oder einer anderen Torte den Vorrang zu geben. Das ewige Leiden der Hobbypâtissieren ☺.

So hat es nun sehr, sehr lange gedauert, bis ich die Zubereitung dieser Aperoltörtchen* in Angriff nahm. Mit Ausblick auf ein verregnetes, verlängertes Wochenende erschien es mir heute passend, damit ein sommerliches Tages-Highlight und einen sonnigen Glücksmoment zu schaffen.

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Ich bin zwar absolut kein Barkeeper ☺, aber auch Sommerdrinks sind in den letzten Jahren kreativer und phantasievoller geworden. Zu „meinen Zeiten“ gab es Whiskey-Cola, Gin-Fizz, Campari-Soda oder an lauen Sommerabenden einfach den „Gspritzten“. Ein Aperol-Spritz*) fand sich nicht auf der Getränkekarte. Zum Glück ist das heute anders ☺.
Der äußerst beliebte Aperitif aus Aperol* und Prosecco oder auch Weißwein, stammt aus der italienischen Region Venezien, weshalb er auch manchmal „Veneziano“ genannt wird. Die Bezeichnung „Spritz“ leitet sich vermutlich von unserem österreichischen Wort „Gspritzter“ ab – ich weiß es nicht, ist nur so eine Idee☺.

Aber wie auch immer, im zweiten Anlauf wurde das Törtchen dann so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Im Originalrezept von Savour-School wird ein Grapefruitjelly hergestellt, ich habe statt dessen eine Fruchteinlage mit dem kürzlich erworbenen Sonnenfruchtpüree hergestellt. Der Biskuit ist mit Orangensaft verfeinert und noch zusätzlich mit einer Karamellschicht belegt. Und dann kommt dieses Mousse Aperol* ins Spiel – mhhh ♥. Umhüllt werden die kleinen Törtchen mit unverwechselbaren Geschmack nach der Frische des Sommers mit einer Schokoladenglanzglasur und lassen sie richtig erstrahlen.

Nicht nur das Aperol* Mousse, sondern auch die Tuiles aus Kakao Nibs standen schon lange auf meiner Nachbackliste. Gesehen habe ich sie beim großartigen Ettore Cioccia in einem seiner zahlreichen You-Tube Videos. Ich bewundere seine Kreationen sehr und werde in der nächsten Zeit auf das Eine oder Andere von ihm zurück greifen. Lasst euch überraschen!
Kakao Nibs werden aus fermentierten Kakaobohnen hergestellt und haben einen intensiven, leicht bitteren, aromatischen Kakaogeschmack. Und wenn man etwas nachliest, sind sie sogar ein echtes Superfood ☺.

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*) Markennennung ohne Werbung
Törtchen: 6 Stück
Zubehör: Silikomatte Petit Fours, Silikonform Zylinder, Kreisausstecher 6 cm, 5cm und 3 cm

Orangenfruchteinlage

  • 100 g Sonnenfruchtpüree (alternativ Orangensaft)
  • 2 1/2 Blätter Gelatine
  • 20 g Aperol
  • 30 g Zucker

Die Gelatine in eiskaltem Wasser einweichen. Das Fruchtpüree mit dem Zucker und dem Aperol in einem Kochtopf erwärmen und die Gelatine darin auflösen. Das Jelly in die kleinen Silikonformen gießen und über Nacht einfrieren.

Karamell

  • 60 g Sahne
  • eine Prise Salz
  • 50 g Zucker
  • 12 g Glucosesirup
  • 40 g Butter

Den Zucker in einem Kochtopf zu einem bernsteinfarbenen Karamell schmelzen. Daneben in einem anderen Topf die Sahne mit dem Salz erhitzen. Die heiße Sahne über das Karamell gießen – Achtung: es schäumt ganz ordentlich – und glatt rühren. Glucosesirup und Butter ebenfalls noch dazugeben und so lange rühren, bis ein cremiges Karamell entstanden ist. Das Karamell mit einer Klarsichtfolie direkt an der Oberfläche abdecken und bei Raumtemperatur ruhen lassen.

Orangenbiskuit

  • 30 g geriebene und geschälte Mandeln
  • 20 g Zucker (I)
  • 1 Ei
  • 1 Eigelb
  • 2 Eiweiß
  • 22 g Zucker (II)
  • 35 g Mehl
  • Saft einer kleinen Orange
  • Schale einer halben Orange

Den Backofen auf 170 ° Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Mandeln, Zucker (I), das Ei, das Eigelb und die Orangenschale in einer Rührschüssel dick schaumig schlagen. Eiweiß und Zucker (II) zu steifem Schnee schlagen. Gemeinsam mit dem gesiebten Mehl vorsichtig unter die Eigelbmasse melieren. Zum Schluss den Orangensaft unterheben.
Den Biskuit auf eine Silikonmatte oder auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und ca. 1 cm hoch glatt streichen. Im Backrohr ca. 20 Minuten goldgelb backen. Auskühlen lassen, dann Kreise mit einem Durchmesser von 5 cm ausstechen.
Das Karamell glatt rühren und je einen Klecks auf einen Biskuitkreis geben und mit einem Messer glatt streichen. Bis zur Verwendung kühl stellen.

Mousse Aperol

  • 3 Blatt Gelatine
  • 100 g Sahne
  • Schale einer halben Orange
  • 2 Eigelb
  • 22 g Zucker (I)
  • 22 g Eiweiß
  • 22 g Zucker (II)
  • 22 g Aperol
  • 200 g Sahne

Die Gelatine in eiskaltem Wasser einweichen. Die Sahne mit der Orangenschale in einem Kochtopf erhitzen. Die Eigelbe mit dem Zucker (I) verrühren, die heiße Sahne dazu gießen. Verrühren und alles wieder zurück in den Topf geben. Bei mittlerer Hitze und unter ständigem Rühren wieder auf ca. 83 ° erwärmen. Beiseite stellen und die Gelatine darin auflösen. Die Creme Anglaise muss nun auf ca. 30 ° abkühlen. Dabei ab und zu umrühren. Sobald die Masse abgekühlt ist, das Eiweiß mit dem Zucker (II) zu einer Meringuemasse aufschlagen und unter die Eigelbmasse heben. Anschließend die Sahne cremig schlagen und gemeinsam mit dem Aperol vorsichtig unterheben.

Schokolademirrorglaze

  • 6 Blatt Gelatine
  • 180 g Zucker
  • 75 g Wasser
  • 60 g Glukosesirup
  • 150 g Sahne
  • 60 g dunkler Backkakao

Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Zucker, Wasser und Glukosesirup in einem Topf auf 103° aufkochen lassen. Daneben die Sahne in einem weiteren Topf ebenfalls heiß werden lassen – nicht kochen – und dann zur Zuckerlösung geben. Den Topf vorher vom Herd ziehen, damit nichts überkocht. Den Kakao in eine Schüssel sieben und die heiße Mischung darüber gießen. Etwas stehen lassen und dann vorsichtig rühren, damit sich das Kakaopulver auflöst. Ich nehme keinen Schneebesen, damit ist die Gefahr zu groß, dass sich viele Luftblasen bilden. Es ist etwas mühsam, den Kakao mit einem Teigspatel so zu verrühren, dass er sich ganz auflöst. Es gelingt mir meist auch nicht. Ich siebe die Masse nochmals ab, so können etwaige Klümpchen noch entfernt werden. Etwas abkühlen lassen und dann die eingeweichte Gelatine darin auflösen. Danach die Glasur mit Klarsichtfolie bedecken – die Klarsichtfolie dabei direkt auf die Glasur geben, damit sich keine Haut bildet. Nach dem Abkühlen über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Schokolademürbteig

  • 100 g Mehl
  • 12 g gemahlene Nüsse
  • 40 g Zucker
  • 60 g Butter
  • 1 Eigelb
  • 7 g Backkakao

Butter und Zucker in der Küchenmaschine schaumig rühren. Anschließend das Eigelb und die trockenen dazugeben, kurz verrühren und rasch zu einem glatten Mürbteig verkneten. Den Teig für etwa 1 Stunde im Kühlschrank rasten lassen. Nach der Kühlzeit dünn ausrollen und Kreise mit einen Durchmesser von 6 cm ausstechen und im vorgeheizten Backrohr ca. 15 Minuten backen. Auskühlen lassen.

Tuiles aus Kakaonibs

  • 55 g Zucker
  • 2 g Pektin
  • 15 g Butter
  • 125 g Kakaonibs

Den Backofen auf ca. 170 ° Ober-/Unterhitze vorheizen. Einen Teelöffel Zucker mit dem Pektin vermischen. Aus dem restlichen Zucker ein bernsteinfarbenes Karamell herstellen. Erst den mit dem Pektin vermischten Zucker unterrühren, dann die Butter und zum Schluss die Kakaonibs. So lange rühren, bis alle Nibs mit dem Karamell überzogen sind. Anschließend auf eine Silikonmatte oder ein mit Backpapier belegtes Blech geben, mit Backpapier abdecken und mit dem Nudelholz ca. 1/2 cm dick glatt streichen. Für ca. 10 Minuten in das heiße Backrohr geben. Nach dem Herausnehmen etwas abkühlen lassen, dann mit einem runden Keksausstecher Kreise (Ø 3 cm) ausstechen. Vorsichtig damit umgehen, es brechen leicht kleine Stückchen ab.

Zubereitung und Fertigstellung

Die Silikonform Zylinder zu ca. 2/3 mit dem Aperolmousse füllen und am Rand hochstreichen. In die Mitte die gefrorene Orangenfruchteinlage legen, nochmals etwas Mousse darüber streichen und mit einem Biskuitkreis abschließen. Die Silikonform mit Klarsichtfolie abdecken und über Nacht in den Tiefkühler stellen.
Anschließend die Mirrorglaze, die Mürbteigkreise und die Dekoration herstellen.

Am nächsten Tag die Mirroglaze in der Mikrowelle oder dem Wasserbad vorsichtig wieder erwärmen. Darauf achten, dass sie nicht zu heiß wird. Anschließend wieder mit Klarsichtfolie abdecken und abkühlen lassen. Sobald die Glasur eine Verwendungstemperatur von ca. 35° erreicht hat können die Törtchen glasiert werden.
Dafür ein Blech vorbereiten, auf welches 6 umgedrehte Schnapsgläser o.ä. gestellt werden. Je ein gefrorenes Törtchen darauf legen und mit der Glasur überziehen. Die abtropfende Glasur vorsichtig nach innen abstreichen und das Törtchen auf einen Mürbteigkeks heben. Mit einem Tuile und einer kleinen Pipette mit Aperol oder Orangensaft dekorieren.

Cincin
Eure Gertrud

2 Comments

  1. Liebe Gertrud,
    Habe eben diese Törtchen in den Froster gepackt…leider habe ich nur 6 Törtchen rausbekommen, denn diese aperolmousse ist ja so was von lecker, ich konnte mich nicht beherrschen und hab diese warme Mousse schon vor dem einfüllen weggelöffelt wie nix, konntnte mich wirklich nicht beherrschen.
    Das kommt bei mir eigentlich nie vor:-)
    Danke für dieses Hammer Rezept.
    Liebe Grüsse
    Sylvia

    • Liebe Sylvia,
      ja dann war es wirklich lecker ☺. Ich esse auch meistens die Reste auf, bevor ich das fertige Törtchen oder die fertige Torte probiere.
      Ich freue mich sehr, wenn es dir so gut geschmeckt hat. Ich fand, es ist einmal etwas Anderes. Und gegen so einen Aperol-Spritz hat ja niemand etwas oder ? ☺.
      Liebe Grüße
      Gertrud

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